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Therapie bei Juveniler Idiopathischer Arthritis

 
 


Auf Grund der Komplexität der Krankheitsbilder und der erforderlichen medikamentösen und nicht-medikamentösen Therapie sollte die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit rheumatischen Erkrankungen dafür spezialisierten Kinderrheumatologen vorbehalten bleiben.


Nicht-steroidale Antirheumatika

Man unterscheidet selektive Cox-1-Inhibitoren (Azetylsalizylsäure), nicht selektive Cox-1/ Cox-2-Inhibitoren (Ibuprofen, Indometazin, Naproxen, Diclofenac), präferentielle Cox-2-Inhibitoren (Meloxicam) und selektive Cox-2-Inhibitoren (Celecoxib).
Für Ibuprofen, Indometacin und Naproxen gibt es kindgerechte Saftformen. Für Naproxen ist die Saftform jedoch nur über die Auslandsapotheke erhältlich. Mit einem nicht-steroidalen Antirheumatikum wird die Therapie einer Arthritis im Kindes- und Jugendalter meistens begonnen.


Cortisontherapien
Cortisonpräparate werden eingesetzt als i.a. Steroidinjektionen bei Befall einzelner Gelenke, als cortisonhaltige Augentropfen bei akuter oder chronischer Uveitis anterior, als hochdosierte Cortisonpulstherapie bei hoher rheumatischer Entzündungsaktivität sowie bei schwerer Augenbeteiligung und als niedrigdosierte (low-dose) Cortisontherapie mit einer Dosierung unterhalb der Cushing-Schwelle (<0,15mg/kg/die) bis zum Wirkungseintritt einer Basistherapie oder bei therapieresistenten Verläufen.


Basismedikamente
Basismedikamente haben die Aufgabe, dass bei rheumatischen Erkrankungen „falsch und falsch zuviel“ arbeitende Immunsystem wieder „richtiger“ arbeiten zu lassen. Sie sollen die Krankheitsaktivität auf lange Sicht verbessern. Der Wirkungseintritt ist je nach Präparat erst nach mehreren Wochen oder auch Monaten zu erwarten.
Einige Medikamente aus dieser Gruppe haben ihren Ursprung in anderen Therapieformen.
Medikamente aus der Antimalariatherapie wie Hydroxychloroquin (z.B Quensyl®) oder Chloroquin (z.B. Resochin®, Resochin jun.®) werden bei der juvenilen idiopathischen Oligoarthritis mit frühkindlichem Beginn und therapieresistentem Verlauf von 1 bis 2 Gelenken sowie bei Kollagenosen (z.B. SLE) eingesetzt.
Medikamente aus der Therapie entzündlicher Darmerkrankungen wie Sulfasalazin (z.B. Azulfidine RA®) finden ihren Einsatz bei der juvenilen idiopathischen Oligoarthritis mit spätem Beginn und therapieresistentem Verlauf von 1 bis 2 Gelenken.
Medikamente aus der Transplantationsmedizin wie Azathioprin (z.B. Imurek®) oder Cyclosporin A (z.B. Sandimmun optoral®) werden, seit Biologika auch für die juvenile idiopathische Arthritis zugelassen sind, bei diesen Erkrankungen eher selten verordnet. Sie finden ihren Einsatz weiterhin in der Therapie von Kollagenosen (z.B. SLE).
Eines der wichtigsten Medikamente in der Kinderrheumatologie ist Methotrexat (z.B. Lantarel®, Metex®, MTX Hexal®). Es ist für die juvenile idiopathische Polyarthritis zugelassen. Es wird aber auch bei der juvenilen idiopathischen Oligoarthritis mit Augenbeteiligung oder Befall schwieriger Gelenke wie Kiefergelenk, Handgelenk oder Sprunggelenk sowie der systemischen juvenilen idiopathischen Arthritis (Morbus Still) eingesetzt.


Biologika/Biologicals
Die Tumor-Necrose-Factor-Alpha-(TNF-)Blocker Etanercept (Enbrel®) und Adalimumab (Humira®) sind für die therapieresistente juvenile idiopathische Polyarthritis zugelassen.
Etanercept ist zugelassen für Kinder ab 4 Jahre, Adalimumab für Jugendliche ab 13 Jahre.
Die TNF-Blocker Certolizumab pegol (Cimzia) und Golimumuab (Simponi) sind bisher für Patienten ab 18 Jahre zugelassen.
Abatacept (Orencia®) hemmt die Co-Stimulation von T-Zellen. Es ist nach Versagen eines TNF-Blockers für die juvenile idiopathische Polyarthritis ab 6 Jahren zugelassen.
Canacinumab (Ilaris®) ist ein selektiver Il-1b-Blocker. Es ist bisher nur für die Therapie von Cryopyrin-assoziierten periodischen Syndromen wie dem CINCA-Syndrom zugelassen.


Ergotherapie, Physiotherapie, Hilfsmittelversorgung und Physikalische Therapie
In der Therapie der verschiedenen Formen der juvenile idiopathischen Arthritis stellen die Ergotherapie und die Physiotherapie mit passiv-assistivem Durchbewegen der betroffenen Gelenke, die Kältetherapie, die Hilfsmittelversorgung und zu Beginn der Erkrankung auch eine konsequente Gelenkentlastung wesentliche Säulen des therapeutischen Gesamtkonzeptes dar. Bei der Kältetherapie kommt es zu einer analgetische Wirkung durch Herabsetzung der Nervenleitgeschwindigkeit und Blockierung der Schmerzbahnen, zu einer entzündungshemmenden Wirkung durch den Rückgang von Stoffwechselvorgänge im Gelenk und Veränderung der Aktivität von Entzündungsmediatoren sowie zu einer Muskeltonusminderung durch Verminderung der Muskelspindelaktivität.




 
 
 



 

 

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